Foto: ASG

Die Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG), der Bauträger des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, sponsert das Gartenprojekt an der Jakobuskirche. Ein Scheck über 1000.- € wurde von Herrn Guido Stephan von der ASG an Pfarrerin Sandra Nehring und Kirchmeister Peter Pfannkuche überreicht.

Antoniter Siedlungsgesellschaft unterstützt seit acht Jahren kirchliche Projekte mit einer Spende

Inzwischen hat es sich in vielen Gemeinden und Einrichtungen des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region herumgesprochen, dass die Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG) bereits seit acht Jahren die Spendenaktion „AntoniterStärktGemeindeleben!“ durchführt. Ein Prozent des Umsatzes, den die Wohnungsbaugesellschaft des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region im Vorjahr durch technische und kaufmännische Aufträge von Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und kirchlichen Institutionen aus dem EKV-Verbandsgebiet erwirtschaftet hat, gibt sie ihnen jedes Jahr in Form einer Spende für ein besonderes Projekt zurück. Schon lange bevor die ASG zum Jahresbeginn 2020 zur Bewerbung um eine Spende aufrief, meldeten sich erste Gemeinden und kirchliche Einrichtungen mit ihren Projektideen und fragten nach den Bewerbungsunterlagen.

Ermutigen, etwas Neues zu wagen!

„Unser Ziel ist es, zu ermutigen, mal etwas Neues zu wagen, das vielleicht ohne unsere finanzielle Unterstützung gar nicht möglich wäre. 7.000 Euro konnte die ASG in diesem Jahr verteilen. Ein Gremium aus Mitarbeitenden des Unternehmens wählte aus 16 Spendenanträgen acht Projekte aus, die mit einer Summe zwischen 300 und 1.500 Euro unterstützt wurden. Coronabedingt wurden auch Anträge wieder zurückgezogen, da die Projekte unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln nicht umsetzbar waren. Andere änderten ihre Konzepte, sodass auch mit Abstandsregeln eine Durchführung möglich wird.

Wie in jedem Jahr ließ es sich Guido Stephan auch diesmal nicht nehmen, persönlich symbolische Schecks an die Verantwortlichen von zwei Projekten zu überreichen.

Aus der Kinderstadt werden Kinder-Veedel

Seitdem das Kinderferienprojekt Mini-Nippes 2014 – ebenfalls mit einer großzügigen Starthilfe durch die ASG – zum ersten Mal stattfand, folgten weitere Gemeinden in Kooperation mit der ev-angel-isch gGmbH dem Beispiel und organisierten Kinderstädte, in denen die Kleinen das Sagen haben und Erwachsene keinen Zutritt. Hier können Kinder in den Sommerferien städtisches Gemeinwesen und Demokratie aktiv erleben und mitgestalten.

Gleich zwei solcher Projekte – „Mini Hürth“ und die „Kinderstadt Kartause“ – unterstützt die ASG in diesem Jahr mit jeweils 1.000 Euro. Den Macherinnen der „Kinderstadt Kartause“ überreichte Stephan persönlich einen symbolischen Scheck. Das Kooperationsprojekt der ev-angelisch-gGmbH, der Evangelischen Gemeinde Köln und des girlspace e.V. findet in den letzten beiden Sommerferienwochen auf dem Gelände rund um die Kartäuserkirche in der Kölner Südstadt statt – natürlich unter Einhaltung eines mit der Stadt Köln abgestimmten Hygienekonzepts. Dazu musste das ursprünglich geplante Programm umgestrickt werden. So finden die Aktivitäten in Bezugsgruppen, genannt „Veedel“, von maximal 10 Kindern statt.

„Das Programm und die Abläufe sind so gestaltet, dass sich die festen Bezugsgruppen möglichst nicht treffen“, erklärte Christina Kugelmeier-Heinrichs, Jugendleiterin der Evangelischen Gemeinde Köln. Geplant sei, dass jede Bezugsgruppe den Tag in einem festen Raum verbringt, zu dem auch ein festgelegter Teil des Außenbereiches gehört. In diesen Räumen essen die Teilnehmenden auch. Morgens werden für die „Veedel“ unterschiedliche Treffpunkte vereinbart. Verkehrsflächen und Laufwege sind markiert. Gemeinschaftsräume sind nicht vorgesehen. Wenn der Mindestabstand zwischen festen Bezugsgruppen nicht eingehalten werden kann, tragen die Teilnehmenden, Betreuer und Betreuerinnen Mund-Nase-Bedeckungen.

Trotz der vielen und teilweise strengen Regeln, wollen die Organisatorinnen „ein kleines, aber feines Programm“ für die Kinder vorbereiten. „Es wird zwar keinen Bürgermeister geben, dafür aber Pressesprecher und Pressesprecherinnen der einzelnen Veedel, die sich regelmäßig unter Abstandsregeln austauschen und Anliegen der Gruppenmitglieder ins Gemeinwesen tragen“, so Kugelmeier-Heinrichs. Anders als in den bisherigen Kinderstädten werde es verschiedene festgelegte Themenbereiche (z.B. Kreativität, Bewegung, Handwerken, Ausflüge) geben, die jede Gruppe zu einem anderen Zeitpunkt durchlaufe. So könne man trotz der Abstandsregeln eine Vielfalt der Erfahrungen für die Kinder generieren. Auch eine Mediengruppe werde es geben, die für die Kinderstadt verschiedene journalistische Aufgaben übernimmt.

Guido Stephan zeigte sich von der Kinderstadt-Idee begeistert. „Letztes Jahr habe ich das Projekt „Kidshausen – Dorf der Kinder“ in Bergheim besucht und durfte dem Kinder-Bürgermeister“ persönlich den Scheck überreichen. Ich finde es toll, dass Kinder hier soziale Kompetenzen in einer Gemeinschaft entwickeln und Werte wie Toleranz und Respekt spielerisch erlernen“, sagt er.

Nachhaltiger Ort der Begegnung in der Brühler Jakobuskirche

„Kommt, schmeckt und sehet – ein (kostbarer) Gemeindegarten“ lautet der Titel eines Projektes mit Konfirmanden und Senioren in der Evangelischen Kirchengemeinde Brühl, wo Guido Stephan dem Presbyterium einen weiteren symbolischen Scheck über 1.000 Euro überreichte. „Im vergangenen Jahr haben Konfirmandinnen und Konfirmanden der Jakobuskirche für den Erntedankgottesdienst Gemüsesuppen gekocht. Nach dem Gottesdienst kamen alle Generationen an einen Tisch und durften sich an der Suppe erfreuen“, erzählte Pfarrerin Sandra Nehring. Da sei bei den Jugendlichen der Wunsch entstanden, für den Erntedankgottesdienst 2020 eigenes Gemüse anzubauen. Der Funke sei sofort auch auf Seniorengruppen der Gemeinde übergeschlagen, und so plante man gemeinsam, eine ungenutzte Grünfläche hinter der Kirche für den Anbau von Gemüse, Kräutern, Obststräuchern und Pflanzen mit biblischen Bezügen zu nutzen. Schon zweimal haben sich die jungen Hobbygärtnerinnen und -gärtner bereits getroffen. Wegen Corona beteiligten sich die Seniorinnen und Senioren noch nicht an der Aktion. Das werde sich aber hoffentlich in der Zukunft ändern. „Unser Wunsch ist, dass das Projekt verschiedene Generationen miteinander verbindet und gleichzeitig einen nachhaltigen Ort der Begegnung schafft“, so Nehring.

Nachhaltigkeit sei schon immer ein wichtiges Thema in der Gemeinde und stehe eigentlich als Überschrift bei allen Aktionen und Projekten wie etwa eine Kleidertauschparty im vergangenen Jahr, zu der über 100 Menschen jeden Alters kamen. Das Gartenprojekt komme gut an bei den Gemeindegliedern. „Viele kommen vorbei und bringen Pflanzen“, freute sich die Pfarrerin. Der Bau eines Vogelhauses mit Kindergruppen ist bereits in Arbeit, insektenfreundliche Wildkräuter sollen noch gepflanzt werden und nächstes Jahr wird auf der Wiese ein großes Tippi mit Kindern gebaut. „Unsere Kirche ist zwar klein“, sagte Nehring, aber wir schaffen es, den Raum der da ist, optimal mit allen Generationen zu nutzen. Für die Alzheimergruppen, die sich vormittags treffen, wird es bald Bänke und Sitzgruppen geben. Und auch der Gospelchor wird bald auf der Wiese seine Proben haben. Unser Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der die Möglichkeit zu Gesprächen und Gruppenarbeiten bietet“, erklärte sie.

Guido Stephan zeigte sich bei der Scheckübergabe beeindruckt. „Bei unseren Bauvorhaben der ASG ist uns Nachhaltigkeit sehr wichtig. Es ist schön, zu sehen, wie das Thema auch in der Gemeindearbeit umgesetzt wird. Solche Projekte unterstützen wir besonders gerne!“, betonte er.